SaraS Sonntag
Ein Sonntag, an dem ich um sieben Uhr aufstehen muss, ist irgendwie kein Sonntag. Nein. Vor allen Dingen wenn ich erst nach Mitternacht im Bett war. Aber geht heute nicht anders. Habe nachher Auftritt und bis dahin noch tausend Dinge zu erledigen.
Wenn man an Aufschieberitis leidet, dann muss man manche Dinge eben auf den letzten Drücker machen.
Mir ist gerade aufgefallen, dass heute schon dritter Advent ist. Uff. Immerhin habe ich seit vorgestern abend (meiner Mama sei Dank) einen Adventskranz. Nun sieht es schon fast nach Vorweihnachtszeit in meiner Wohnung aus.
Gestern hatte ich eine Weihnachtskarte meiner Zeitungszustellerin im Briefkasten. Es war zwar ein Massenprodukt, also nicht handgeschrieben, sondern kopiert, aber die Vorlage hat sie offensichtlich selbst angefertigt und von Hand geschrieben (es ist ein Weihnachtsgedicht mit ein paar Grüßen), was ich sehr sympathisch finde. Eine nette Idee. Immerhin ist sie jeden Morgen sieben Tage die Woche um vier Uhr (oder wann werden Zeitungen ausgetragen?) unterwegs, damit ich zum Frühstück meine Zeitung im Briefkasten habe. Und dann bastelt sie auch noch eine Weihnachtsgrußkarte für ihre “Kunden”. Tolle Aktion.
Ich kriege ja für mein Leben gern Post. Wenn Freunde verreisen, zwinge ich sie, mir auf jeden Fall eine Postkarte zu schicken. Und Briefe sind sind natürlich noch tausend mal schöner, weil sie eine Geschichte erzählen. Darum habe ich früher – also damals, als ich noch mehr Zeit hatte, als heute – auch gern welche geschrieben. Heute komme ich an manchen Tagen nicht einmal dazu, meine eMails zu beantworten. Obwohl das viel schneller geht, als einen Brief zu schreiben. Hm.
Na, vielleicht sollte ich mir einfach mal die Zeit (ach, und vielleicht auch einen Stift und Papier) nehmen und jemandem die gleiche Freude bereiten, die ich empfinde, wenn ich beim Öffnen des Briefkastens nicht nur Rechnungen und die Zeitung entdecke. Immerhin schaffe ich es ja auch, hier Texte zu verfassen.
So, und nach so viel Nachdenklichkeiten am sonntag vormittag werde ich mich jetzt mal weiter den liegen gebliebenen Sachen widmen. Euch allen einen schönen dritten Advent.
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Uromi
Eben beim Kartoffeln schälen in Mutters Küche fiel mir plötzlich wieder ein, wie ich als kleines Mädchen von meiner Urgroßmutter selbiges gelernt habe.Dreist
Immer wieder bin ich überrascht, wenn ich Dreistigkeit erlebe.
Ich gehöre zu den freundlichen Menschen, die viel zu selten nein sagen können, wenn man sie um etwas bittet. Darum erlebe ich es immer wieder einmal, dass ich mich ärgern muss, weil ich ja gesagt habe, obwohl ich genau wusste, dass es mir besser gehen würde, wenn ich nein sage.
Vor kurzem las ich ein interessantes Buch, in dem unter anderem darüber philosophiert wurde, warum manchen Menschen diese vier Buchstaben so selten über die Lippen kommen. Nun, ich weiß woran es bei mir liegt. Aus unerfindlichen Gründen denke ich, den anderen mit einem nein vielleicht vor den Kopf zu stoßen oder in Zukunft dann selbst eine Ablehnung zu bekommen, wenn ich mal nach etwas frage. Das ist fatal, denn genau dieses Denken nutzen dreiste Menschen aus. Und ich ärgere mich, wenn ich aufs Neue darauf hereingefallen bin.
Die einzige Lösung ist in diesem Fall natürlich selbstbewusst nein sagen zu lernen. Letztendlich hat jeder Mensch das Recht auf Ablehnung eines Gefallens und sollte das auch nicht begründen müssen.
Besonders dreist finde ich beispielsweise, wenn andere einfach einen meiner Auftritte machen wollen, für den ich fest gebucht bin und für den ich offensichtlich auch keine Vertretung suche. So von wegen: "Ich kann den Auftritt ja gern für dich übernehmen, wenn du nichts dagegen hast. Ich hab da gerade Zeit." Hallo??? Gehts noch? Natürlich habe ich etwas dagegen. Ich nehme doch anderen auch nicht einfach ihren Auftritt weg, nur weil ich in der Gegend bin. Unmöööööchlich! Solche Fragen stellt man gar nicht erst.
Dreist finde ich auch, einfach verplant zu werden. Folgenden Dialog habe ich schon des öfteren erlebt:
"Hast du am Samstag schon etwas vor?"
(Sara denkt: "Oh cool. Er/Sie will sich bestimmt mit dir auf nen Kaffee treffen. Wir haben ja auch wirklich lange nicht mehr geschwatzt.") Sara sagt: "Nö, bisher nicht. Warum?"
Und was ist die Antwort? "Ach, super. Dann kannst du ja dies und das für mich hier- und dorthin fahren." Sara ist sprachlos.
Zum Glück habe ich gegen dieses Verplantwerden inzwischen Maßnahmen ergriffen. Und ich kann aus dieser Erfahrung sagen: Es tut gut, auch mal nein zu sagen. Man fühlt sich besser danach. Und der andere überlebt es auch. Die Welt dreht sich weiter.
Und ich habe seitdem mehr Zeit für mich und meine Projekte und kann trotzdem noch hilfsbereit sein und anderen einen Gefallen tun.
Lang ist es her.
Eine Frage des Duftes…
Ist mir heute wieder passiert.
Es ist so ein komisches Gefühl in der Bauchgegend, das ich gar nicht richtig beschreiben kann. Ein leichtes Ziehen verbunden mit dem kurzen Aufblitzen von Etwas ganz hinten im Kopf versteckt und tief vergraben… irgendwie fühlt es sich traurig an und lässt sich doch nicht fassen… Hm…
Puh, warm hier…
Erkenntnisse
Am besten keine traurige Musik hören, wenn ich allein bin. Gar nicht gut.
Und vergessen ist schwieriger, als ich dachte.
Mal wieder n Glueckwunsch…
Heute hat nämlich die Susanne Geburtstag. Und da dachte ich mir, sollte sie auch ordnungsgemäß beglückwünscht werden.
Also: Happy Birthday und alles Liebe. (So langsam sollte ich eine Kategorie "Glückwünsche" anlegen, oder?? Lohnt sich inzwischen fast…)
Mal wieder früh am Morgen…
Hab gerade “Durch die Nacht” von Silbermond im Radio gehört.
Das könnte glattweg meine derzeitige Hymne sein.
Heute war es mal wieder so eine Nacht. Aber vielleicht komme ich dann heute früh dazu, über samstag Abend zu berichten. Wenn ich schonmal so früh auf bin… Aber erstmal gibt`s einen warmen Kakao.
Strohpuppengefühle
Da bin ich doch tatsächlich wieder dermaßen beschäftigt gewesen, dass ich erst jetzt – quasi mitten in der Nacht – zum Schreiben komme. Unmöööchlich. Aber ich will wenigstens noch von Nine erzählen, bevor ich schlafen gehe.
Nine hat mir heute nämlich eine eMail geschrieben, dass ihr das Verhalten vom Montag (als sie mich am Telefon so schroff abgewiesen hat) leid tut und der Verlust ihrer besten Freundin sie derzeit sehr belastet. Die Freundschaft ist vor kurzem in die Brüche gegangen. Hm… Das mag einiges erklären, nicht wahr? Mich verwundert es trotzdem ein bisschen. Sucht sie den Kontakt zu mir, weil wir “Leidensgenossen” sind und geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid? Ich weiß es nicht. Ich bin bei ihr sehr vorsichtig geworden…
Vorhin rief eine alte Freundin an und wenn man sie mal am Telefon hat, kann man vergessen, dass das Gespräch kürzer als zwei Stunden wird. Zwei Stunden sind wirklich Minimum bei ihr. Ihr ist doch tatsächlich Ähnliches passiert. Ihr bester Freund ist verliebt in sie, sie hatten das aber eigentlich schon vor einem Jahr geklärt und sie dachte, alles wäre wieder in Ordnung. Aber nein, er liebt sie bis zum heutigen Tag und kommt anscheinend doch nicht damit zurecht, denn am Dienstag kam es darüber zu einer Auseinandersetzung, er warf ihr Gefühlskälte vor und seitdem herrscht Funkstille…. Hm… Liegt irgendetwas in der Luft? Ein “Tötet-Freundschaften-Virus”? Ist mir ja langsam ein wenig suspekt.
Schade, wenn sich eine Freundschaft so entwickelt, dass man sie nicht mehr aufrecht erhalten kann. Ach, was sag ich “schade”, es ist furchtbar, gerade, wenn sie einem viel bedeutet hat. Für mich war er ein elementarer Bestandteil meines Lebens. Ich fühle mich, als hätte man mir den rechten Arm amputiert… Er fehlt einfach und ist (zumindest zur Zeit) durch nichts zu ersetzen. Die besagte Freundin meinte, ich treffe die Entscheidungen für mein Leben und er die für seines. Er hat entschieden und nun soll ich die Konsequenzen ziehen… Hm… Klingt mir zu einfach. Ich KANN nicht einfach so ohne ihn weiterleben. Das stellt alles in Frage, was vorher war. Ich brauche Zeit, um darüber hinwegzukommen und ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht, wie ich loslassen soll.
Ich kann also gut verstehen, wie allein Nine sich ohne ihre beste Freundin fühlt. Es geht mir genauso.
Erschreckend finde ich nur, dass mir so vieles egal ist. Seitdem ich nachts zusammengebrochen bin (boah, klingt das dramatisch… *g*), geht mir fast alles – wie sagt man so schön – “links am Arsch vorbei”… Meine Mama schimpft schon immer mit mir, dass dieses Desinteresse gefährlich ist, aber ich denke, das ist eine Art Selbstschutzreaktion des Körpers. Der Druck wurde mit der Zeit zu groß und jetzt reagiere ich eben, indem ich gar nicht mehr reagiere. Ich hoffe nur, dass ich irgendwann damit aufhören kann… Nicht, dass das noch zur Gewohnheit wird.
Es gibt viele andere Menschen, die mir zuhören und helfen wollen. Und darüber freue ich mich auch. Aber sie müssen sich derzeit alle an ihm messen lassen und die Latte hängt hoch…
Es wird noch eine Weile dauern, bis ihn jemand ersetzen kann. Und so lange versuche ich, mein Leben in den Griff zu kriegen und mehr daraus zu machen als bisher.
Tja, ich habe Nine eben noch auf ihre Mail geantwortet und wir wollen uns am Samstag sogar zu einem “Weiberabend” treffen. Na, ich bin gespannt, wie das wird. Vielleicht werden wir ja noch beste Freundinnen… *lach*