Übermüdete Konversation
Aller guten Dinge sind drei. Sagt man zumindest. 
Drei Abende hintereinander spät ins Bett zu gehen, ist allerdings nicht unbedingt ein gutes Ding.
Zumindest fühlte ich mich am Freitag echt gerädert, je später der Abend wurde. Schließlich hieß es nach einem langen türkischen Abend und einer kurzen Nacht zunächst früh aufstehen und arbeiten. Die armen Leute im Büro mussten tapfer meinen Knoblauchatem ertragen. Hihi… Danach war ich noch mit Fabio unterwegs. (Also nix mit einem kurzen Nachmittagsschläfchen!) Und abends war ich mit Fabian und Mirko verabredet, worauf ich mich schon sehr freute.
Allerdings fragte ich mich, je näher der Abend kam, wie ich denselben überhaupt überstehen soll… *gg* Ich war unglaublich müde. Das Saraleinche kann anscheinend nüscht mehr ab. 
Was für ein Glück, dass ich mich trotzdem zum Potsdamer Platz geschleppt habe. Dort gab es nicht nur leckeres Essen beim Mexikaner, sondern auch eine der nettesten Unterhaltungen, die ich seit langem geführt habe. Mirko kannte ich bis zu diesem Abend nämlich nur von kurzem Hallo- und Tschüss-Sagen. Er ist manchmal auf Zauberseminaren oder Kongressen anzutreffen. Da er beruflich aber arg eingebunden ist, war ein privates Treffen oder ein längerer Schnack bisher einfach nicht drin. Bis zu diesem Freitag.
Auch Mirko hatte übrigens ein anstrengende Woche mit wenig Schlaf hinter sich und Fabian konnte auch nicht behaupten, zu den Muntersten zu gehören.
Da saßen wir nun zu dritt mit kleinen Äuglein und unterdrücktem Gähnen um den Tisch und amüsierten uns trotzdem köstlich. Wir hielten tatsächlich bis kurz vor zwei Uhr nachts durch. Eine erstaunliche Leistung… Wir hatten uns allerdings auch viel zu erzählen. Und natürlich ging es nicht ganz ohne Zauberei, so ein paar Kartenzaubertricks gehören zu einem gepflegten Zauberertreffen schließlich dazu.
Der Kellner, der uns den ganzen Abend mit Getränken versorgte, stellte sich zu später Stunde dann sogar noch als passabler Zauberer heraus. Er ließ es sich nicht nehmen, auch ein paar Kunststücke zu zeigen, obwohl der Chef ein wenig grimmig schaute. So ist das halt, wenn einen der Virus mal gepackt hat. Man kann einfach nicht anders, man muss zaubern.
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Geburtstag gefeiert im Ramadan
Wenn man im Ramadan – also während des islamischen Fastenmonats – Geburtstag hat, ist es gar nicht so einfach Geburtstag zu feiern. Zumindest, wenn man Freunde einlädt, die keine Moslems sind.
Aber beginnen wir vorn. Am Mittwoch klingelte nachts mein Handy. Zum Glück war ich sowieso noch wach, weil ich nach der Zirkelsitzung gemeinsam mit einigen Zauberfreunden noch essen war und das etwas länger gedauert hatte. (Rumtreibesara! *gg*) Sonst wäre ich vermutlich vor Schreck aus dem Bett geplumpst. Aus irgendeinem Grund erschrecke ich mich immer fürchterlich, wenn nachts, während ich schlafe, das Telefon klingelt. Ich denke dann immer, es wäre irgendetwas Schlimmes passiert. Eigentlich albern, oder?
Dieses Mal war es jedenfalls eine gute Nachricht. Ein (türkischer) Freund meinte, dass er am Donnerstag Geburtstag hätte und ob ich nicht abends vorbeikommen möchte. Es sei zwar gerade Ramadan, aber Anfang nächster Woche verlässt er Berlin für ein paar Monate und da ist so ein Geburtstag eine tolle Gelegenheit, alle Freunde noch einmal zu treffen. "Gerade Ramadan?", dachte ich… "Na und??" Ich hatte das Wort zwar schon mal gehört, anfangen konnte ich damit allerdings nicht wirklich viel.
Am Donnerstag war ich dann also auf der Geburtstagsfeier. Nunja, eine wirkliche Feier war es nicht. Der Ramadan steht ja schließlich für Enthaltsamkeit, wie mir erklärt wurde. Gegessen und getrunken wird beispielsweise erst abends, tagsüber nicht. Uff… Das stelle man sich mal während der heißen Sommermonate vor! (Ramadan fällt nämlich jedes Jahr auf einen anderen Zeitraum, weil sich der Beginn nach dem Mondjahr richtet.)
Ihr merkt es schon – ich habe an diesem Abend eine Menge über den Ramadan gelernt.
Der ganze Abend war einfach toll. Er hatte noch einige andere Freunde und Bekannte eingeladen, so dass wir eine lustige Runde waren, wo der Gesprächsstoff nie ausging. Es gab ooooberleckeres türkisches Essen. (Naja, ein wenig knoblauchlastig war es vielleicht, wie ich dann zuhause merkte. Da half nicht einmal Zähneputzen… *gg*) Die Familie war super nett, ich fühlte mich dort sofort wohl und aufgenommen. Und ich liebe türkischen Tee. Vor allen Dingen die Idee, das Teeglas nie wirklich leer werden zu lassen, finde ich hervorragend. *mjam*
Schade, dass wir uns jetzt erst einmal eine Weile nicht sehen werden. So einen türkischen Abend hätt ich gern in nächster Zeit wiederholt.
Alles geht nur noch den geregelten Gang
Am Mittwoch nahm ich das erste Mal seit der Neuwahl unseres Vorstands wieder an einer Zirkelsitzung teil. Ich erwähnte ja schon, dass nun eine Altherrenriege an der Macht ist und dieser Umstand sicher einige Veränderungen mit sich bringen wird. Das erste Mal geärgert hatte ich mich über unsere neuen Chefs ja auch schon. Das ist auf jeden Fall eine Veränderung, denn früher konnte ich mich über Zirkelkram immer noch amüsieren und im Grunde genommen nehme ich ziemlich viel mit Humor. Aber gewisse Änderungen in den Verhältnissen sind eben zu nervig, als dass ich sie gelassen nehmen mag.
Zum einen beginnen unsere Sitzungen jetzt früher… Keine Ahnung warum, aber es ist so. Zum anderen laufen sie ein wenig anders ab. Zumindest am Mittwoch war der erste sog. offizielle Teil langweiliger als sonst. Es wurde vieles in langen, ausgeschmückten, umständlichen Sätzen erzählt, was man auch kurz und knackig einfach hätte ansagen können. Nuja… *gähn*
Die Zeit verging zum Glück relativ schnell, weil ich in einer lustigen Runde saß. Das junge Gemüse hatte sich nämlich an den hintersten Tisch in der hintersten Ecke verzogen und wir zeigten uns gegenseitig Kartentricks, als die Sitzung langweilig zu werden begann. Dummerweise wurden wir dabei erwischt und ernteten natürlich böse Blicke und mahnende Worte von den alten Herren Magier… Meine Güte, ab einem gewissen Alter verliert man anscheinend wirklich gewisse Anteile an Humor, Gelassenheit und Ruhe, oder?
Zur Krönung erfuhr ich dann, dass ich meine Aufnahmeprüfung nun erst im Frühjahr ablegen darf und ab sofort die Anwärtertreffen besuchen soll.
Das war gaaaaanz anders abgemacht. Ich bin ja überhaupt nur unter der Bedingung in den Zirkel eingetreten, dass ich an den Anwärtertreffen nicht teilnehmen muss, weil ich die Zauberei, die dort vorgeführt wird, bisher albern und niveaulos fand. Mit solchem Kikifax wollte ich mich nicht abgeben müssen. Darum habe ich ja extra meinen "Zauberpapi", also einen Mentor, der dafür sorgt, dass ich regelmäßig was Neues lerne. Die neu erlernten Kunststücke führe ich dann bei den Zirkeltreffen vor. So sehen die Herren Zirkelmitglieder, dass ich mich zauberisch weiterentwickle und ich komme der Vereinsregel nach, dass man als Anwärter regelmäßig im Zirkel vorzaubern soll.
Nun soll aber plötzlich alles ganz streng nach den Regeln gehen (wobei gewisse Regeln witzigerweise überhaupt nirgends fixiert sind, das sind dann die verstaubten "Habenwirdochschonimmersogemacht"- Regeln, die einem keiner wirklich erklären kann) – und darum soll ich ganz gegen die mündliche Absprache nun plötzlich doch bei den doofen Anwärtertreffen abhängen, wo ich sowieso nix lerne. *grml*
Verständlich, dass ich gerade überlege, ob ich diese Spielchen noch lange mitmachen will, oder? Schließlich kann ich auch zaubern, ohne Mitglied irgendeines Zirkels zu sein.
Alles schon wieder vorbei
*schnief* So schnell war er vorbei, mein Urlaub.
Am liebsten hätt ich damit ja noch zwei oder drei Wochen weiter gemacht, wenn ich ehrlich bin. Der erste Arbeitstag fiel am Montag richtig schwer. (Ja, ich hab tatsächlich schon wieder eine Woche gearbeitet.) Vor allen Dingen, weil ich schon am Abend vorher bei dem Gedanken ans Arbeitenmüssen ein wenig übellaunig war und morgens dann am liebsten im Bett geblieben wäre.
Naja, den ersten Arbeitstag hab ich zum Glück überlebt. Sooooooo schlimm war es dann auch gar nicht, weil nämlich mein Lieblingskollege im Büro war und wir uns nach vierzehn Tagen eine Menge zu erzählen hatten. Und auch der Rest der Woche verging wie im Flug. Tagsüber hieß es fleißig arbeiten und die Abende waren dann auch "ganz nett".
Ich war nur leider eine schreibfaule Socke, was natürlich keineswegs zu entschuldigen ist. Als Ausrede fällt mir nur ein, dass ich zwar jeden Tag an mein Blog gedacht habe, aber einfach nicht zum Schreiben kam. Arbeiten klaut doch ziemlich viel Zeit vom Tag muss ich sagen…
Aber der Vorteil ist ja, dass ich die ganzen Erlebnisse der letzten Tage nun in aller Ruhe aufschreiben und so nach und nach erzählen kann. Dann gibts hier wieder ordentlich was zu lesen und die sarafreie Zeit ist endlich vorbei.
Beinah vergessen zu erwähnen: Harry Riegel hats geschafft
Meine Güte, die Sara ist manchmal ECHT eine Vergessliche. Da töne ich hier groß rum, ob denn Radiomagie wohl funzen würde und ob der Harry die Wahlergebnisse wohl richtig vorhersagen kann oder nicht und dann lasse ich euch im Unklaren, wie das Ganze nu überhaupt ausgegangen ist. 
Wollt ihr raten? *ggg*
OK, ich will es nicht unnötig spannend machen. Er hat es tatsächlich geschafft. Die Prognose, welche am Freitag im gläsernen Tresor eingeschlossen worden war, stimmte mit den Wahlergenissen von Sonntag überein. Schon beeindruckend, oder?
Oguz Engin, einer von SaraS Lieblingszauberern gab ein Seminar – und wer war natürlich dabei?? ;)
Das war mir zwanzig Euro wert. Und dafür bin ich sogar gern in Berlin geblieben.
Wenn man es genau nimmt, dann wäre ich jetzt nämlich eigentlich noch auf Ibiza. Aber da dieser "Ausflug" leider abgesagt werden musste und ich nun plötzlich ungeplant planlos in Berlin rumsitze, kam mir die Ankündigung der Magic Factory Berlin genau recht. Oguz Engin gibt ein Seminar – was für ein Glück, dass ich Zeit hatte, dorthin zu gehen.
Doch zunächst hieß es, Fabio zwei Stunden vorher bei den Vorbereitungen helfen. Was so ein echter Zauberladen mit Seminarraum und Studiobühne ist, der will bei einem Seminar auch was hermachen. Nur dummerweise ist dort derzeit soviel los, dass Fabio in den letzten Tagen mit dem Umräumen nicht mehr hinterhergekommen ist. Welch ein Glück also, dass das Saraleinche gerade Urlaub und Zeit hat und somit beim Stühle rücken helfen konnte.

Die Gelegenheit nutzte ich natürlich auch für einen Plausch mit Oguz Engin. Schließlich mussten wir beide vor den anderen Seminarteilnehmern da sein – ich zum Räumen und Oguz zum Vorbereiten.
Wir haben uns vor ein paar Monaten kennen gelernt, als er einige Abende gemeinsam mit Fabian auf der Bühne stand. Ich habe ihn als einen sympathischen, freundlichen und herzlichen Zauberkollegen sofort in mein Herz geschlossen. Wer die Gelegenheit hat, sollte ihn unbedingt einmal auf der Bühne erleben! Dann wisst ihr zumindest teilweise, wovon ich rede, denn glaubt mir: privat ist er noch tausendmal "netter" und witziger. 
Genug geschleimt. Hihi… Kommen wir endlich zum Wesentlichen: das Seminar. Es war typisch Oguz, sehr viel Zauberei und eine Menge Hintergrundinformationen zu richtiger Präsentation und Zuschauerführung.
Oguz schafft es, aus einfachen Kunststücken kleine Wunder entstehen zu lassen. "Zaubertricks", die von manch einem geradezu geächtet werden, weil sie wie ein alter Hut oder fad und langweilig erscheinen, führt Oguz Engin mit so viel Charme und Persönlichkeit vor, dass man sich als Zuschauer nicht nur wunderbar unterhalten fühlt, sondern eigentlich sogar gar nicht genug kriegen kann.
Diese Fähigkeit (Kunststücke der eigenen Persönlichkeit anzupassen und auf der Bühne interessant und kurzweilig zu präsentieren) wollte er uns im Rahmen des Seminars vermitteln. Und ich muss sagen: Mir hat es was gebracht. Ich habe viel Hintergrundwissen mitgenommen und einige neue Zauberkunststücke gelernt.

Nach dem Seminar saß der harte Kern noch im Café Schneider zusammen. Das Seminar musste schließlich ausgewertet werden.
Nuja, genau genommen wollten wir noch n büschen gemütlich beisammen hocken und über Zauberei schnacken. So viele Zauberer auf einem Haufen kriegt man sonst nur beim Stammtisch oder halt auf Seminaren und Kongressen zu sehen, geschweige denn, dass sie sich so bereitwillig ausquetschen lassen.
Die Gelegenheit musste man also beim Schopfe packen.
Mein Fazit: Ich hatte einen kurzweiligen Abend, hab ein tolles Seminar erlebt und viel Spaß gehabt.
Wahlpflicht – oder: Ich war schon…
Ja, ich hab`s schon gemacht. Ich war vorhin wählen. Vier Kreuze musste ich setzen und das hab ich doch glattweg ganz allein und ohne jemanden fragen zu müssen geschafft.
Als ich zum Wahllokal kam, welches sich in einer Schule befindet, die genau gegenüber einer Kirche liegt, war gerade der sonntägliche Gottesdienst zu Ende. Und offenbar hatte ein Großteil der Gemeinde beschlossen, direkt nach dem Gottesdienst wählen zu gehen. Da musste ich doch glattweg anstehen, um meine Kreuzchen setzen zu können! Ist mir noch nie passiert… Witzig fand ich auch, dass mich die Damen und Herren Wahlbeaufsichtiger glattweg für eine Erstwählerin hielten.
Sehe ich wirklich noch soooooo jung aus?? Naja, ein Blick auf meinen Ausweis genügte ihnen, um festzustellen, dass sie sich irrten.
Nun heißt es nur noch abwarten, wie die Wahlen ausgehen. Wir werden es spätestens morgen erfahren. (Und auch, ob Harry Riegel mit seiner Prognose richtig lag…)
Wählen gehen ist übrigens richtig und wichtig. So denke ich.
Radiomagie – ja geht denn das?
Zauberei funktioniert zum größten Teil darüber, dass man die Wunder direkt vor sich oder auf einer Bühne sieht – und seinen Augen vor Staunen eigentlich nicht trauen mag.
Wie oft hört man als Zauberkünstler: "Hä??"- "Meine Güte, das ist doch nicht möglich!" – "Unglaublich" usw. In der Regel entfahren den Zuschauern solche Aussprüche, wenn sie gerade etwas scheinbar Unmögliches erlebt haben, sei es ein schwebender Geldschein, eine unterschriebene Spielkarte, die plötzlich an der Decke hängt, die berühmte zersägte Jungfrau oder was es sonst auf dem weiten Feld der Zauberei zu bestaunen gibt. Die Zuschauer waren also bei dem Geschehen dabei…
Harry Riegel verfolgt gemeinsam mit einem Berliner Radiosender derzeit ein anderes Konzept: Magie übers Radio.
Magie, die nur durch Hören funktioniert?? 
Naja, natürlich ist es nicht ganz so. Harry Riegel lässt die Radiohörer an mentalmagischen Experimenten teilhaben. Wer Glück hat, wird als Anrufer live auf den Sender geschaltet und kann das Ergebnis "seines" Experiments der werten Hörerschaft sofort mitteilen.
Diese Experimente sind faszinierend und interessant. Harry errät Geburtsdaten und Sternzeichen der Anrufer, verstellt Armbanduhren, die aufs Radio gelegt wurden, ahnt voraus, an welche Spielkarte unser Schulsenator denken wird, um diese vorher heimlich aus dem Spiel zu entfernen und vieles mehr. Das war vor einem halben Jahr. Aktuell gibt es wieder eine magische Woche. Und heute stellte Harry Riegel sich dann einer richtigen Herausforderung: In einem gläsernen Tresor, der unter notarieller Aufsicht verschlossen und versiegelt wurde, liegt eine Prognose Harry Riegels über den Ausgang der am Sonntag stattfindenden Wahlen in Berlin. Ob er richtig liegt? Wird das Wahlergebnis mit der Voraussage Harrys übereinstimmen? Was sagt ihr: Das ist doch mal ein Experiment, oder??
Ich bin sehr gespannt darauf, wie es ausgeht…
Sara zirkelte mal wieder
Nuja, genau genommen war es ein eher kurzer Besuch im Magischen Zirkel gestern. Und geärgert habe ich mich dabei auch noch. Sowas.
Der Tag begann "ganz nett", wie man immer so schön sagt. Ich bereitete mir ein leckeres Urlaubsfrühstück zu und machte mich dann an mein Arbeitszimmer (das tatsächlich aussah, als hätte vor kurzem eine Bombe eingeschlagen – also höchste Zeit zum Aufräumen). Nebenbei arbeitete ich ein paar Mailschulden ab – ja, im Urlaub so ganz ohne Pläne hab ich plötzlich Zeit für derlei Dinge.
Witzigerweise erfuhr ich durch meine Mailerei zufällig, dass Harry Riegel gerade in der Stadt ist. Harry ist ein Zauberkollege aus Süddeutschland, mit dem ich mich super verstehe. Wenn er also schonmal hier ist, dann wäre es geradezu eine Sünde, sich nicht auf einen Kaffee zu treffen. Hihi…
Doch zunächst hatte ich für den gestrigen Abend andere Pläne. Nachdem ich einen Krankenbesuch gemacht hatte (gute Besserung auch von hier, Fabi), ging ich zum Zirkelheim. Ich war neugierig auf diese Sitzung, denn es sollte die erste unter der Leitung des neuen Vorstands sein.
Als ich die Räumlichkeiten betrat, war ich erst einmal überrascht, kaum junge Gesichter zu sehen. Es war fast nur die Altherrenriege vertreten. Naja, die sind natürlich trotzdem alle nett und so, aber es ist irgendwie komisch, nur mit alten Männern einen Abend verbringen zu müssen. Die Gesprächsthemen sind oft nicht so spannend, als wenn "das junge Volk" die Runde aufmischt.
Dann erkundigte ich mich beim neuen "Chef" nach den Bedingungen für die Aufnahmeprüfung. So langsam neigt sich meine Anwärterzeit dem Ende entgegen und ich muss bis Ende des Jahres meine Prüfung ablegen, um als richtiges Mitglied in den Zirkel aufgenommen werden zu können.
Ihr glaubt nicht, was ich auf meine Frage nach den Prüfungsmodalitäten zu hören kriegte! Man muss dazu sagen, dass ich schon ein paarmal auf Zirkelsitzungen gezaubert habe und auch schon auf öffentlichen Veranstaltungen des Zirkels aufgetreten bin. Eigentlich haben mich also alle schon einmal zaubern gesehen und mich sogar gelobt, dass ich meine Sache gut mache… Und dann sowas: Da sagen die auf meine Frage doch glattweg, ich soll erstmal meinen Zauberkoffer mitbringen und falls ich noch keinen Zauberkoffer hab, könnte ich meine Utensilien zum Mitbringen ja auch in eine Plastiktüte stecken.
Hallo??? Ich war richtig sauer! Was denken die denn bitte von mir? Die taten glattweg so, als wäre ich zum ersten Mal da und müsste erst zeigen, dass ich auch was draufhab. Und wenn ich eines nicht leiden kann, dann ist es von anderen nicht ernst genommen bzw. als kleines Mädchen hingestellt zu werden. Und genauso haben sie mich behandelt. Wie ein Mädel, das erst noch was lernen muss und keine Ahnung von nix hat.
Es war wirklich eine komische Stimmung gestern im Zirkel. Ich hatte das Gefühl, dass keiner so recht Interesse hatte, sich um Anwärterangelegenheiten zu kümmern.
Da ich nach dieser Behandlung (die haben mir doch glattweg den Anwärterübungsraum gezeigt – als hätte ich den noch nie gesehen… unmöööööchlich!) ziemlich sauer war, bin ich nur gar zu gern Harrys Vorschlag gefolgt – Harry war zwischenzeitlich zum Zirkel gekommen – und mit ihm italienisch essen gegangen, anstatt meine Zeit mit Zirkelgeschichten zu verbringen.
Immerhin hab ich Urlaub. Da will ich auch n büschen Spaß haben. Und mit Harry wurde der Abend dann wenigstens wirklich noch spaßig.
Der Supermarkt ist schuld, ich weiß, dass noch kein Weihnachten ist, ehrlich.
Ich bin soooooo schwach!
Ich hab es tatsächlich getan!
Eben habe ich den ersten Dominostein in der diesjährigen "Weihnachtssaison" gegessen.
Es ist mir dermaßen peinlich.
Seit Tagen gibt es die ersten Lebkuchen, Marzipanbrote und was weiß ich für Weihnachtsgebäck und Schoki im Laden direkt bei mir vor der Haustür zu kaufen.
Ich ging brav dran vorbei. Ich unterdrückte tapfer den Appetit, denn es ist einfach noch nicht die Zeit dafür. Und heute – heute wurde ich dann schwach. Ich wollte mir nur schnell ne Tüte Milch kaufen und was landet noch im Korb? Eine Packung Dominosteine. Ist zwar nur eine kleine Packung, aber es ist Weihnachtssüßkram, für den Anfang September einfach noch das richtige "Feeling" fehlt.
Und so hat mir der Dominostein eben dann auch geschmeckt – irgendwie komisch. Draußen sind 26°C und ich ess Dominosteine… Unmööööchlich. Ich bin echt werbegeschädigt. Ich bin ein Konsumjunkie, der mit den doofen Aufstellern mittten im Supermarktgang ganz plump ausgetrickst wird!