Blau im Bus

Sara am 11. Juli 2008

Die letzten zwei Tage bin ich freiwillig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin unterwegs gewesen. Muss ja auch mal sein. Schließlich hatte ich in der näheren Umgebung zu tun und da wäre es doch geradezu Verschwendung, das Auto zu bemühen und kostbares Benzin zu vergeuden. ;-) .

Nach diesen zwei Tagen bin ich erstaunt. Busfahren ist nicht einfach nur eine Form der Fortbewegung. Busfahren ist wirklich ein Erlebnis.

Heute habe ich mir zum Beispiel beim Aussuchen meines Sitzplatzes dermaßen das Knie gestoßen, weil der Bus plötzlich anfuhr (ich glaube, das macht der öfter, wenn er an der Haltestelle steht, oder?) – dass es mächtig gezwickt hat und ich ein dickes Knie hatte, als ich vor meiner Haustür ausstieg. Inzwischen ist es zum Glück nicht mehr dick, aber ordentlich rot und blau. Ich muss eine "günstige" Stelle getroffen haben. Und im Röckchen werde ich in nächster Zeit besonders gut aussehen. Hihi.

Ich mag übrigens diese Doppelstockbusse. Am liebsten sitze ich oben – aber nicht vorn. Den Platz in der ersten Reihe überlasse ich gern den Touristen, denn dort habe ich jetzt zweimal gesessen und jedes Mal schreckliches Herzklopfen gehabt, weil ich die Fahrweise des Busfahrers dann doch arg aufregend fand. Das war mir alles zu knapp. Manchmal habe ich tatsächlich die Augen zugekniffen. Uff.

Hinten oben sitze ich allerdings ganz gern. Man kann gemütlich aus dem Fenster schauen und sieht Dinge, die man aus der Fußgänger- oder Autofahrerperspektive nie entdecken würde. Gestern fuhr ein lustiger Mann hinten oben mit. Er führte Dialoge mit sich selbst. Es ging ums Renovieren, Sport, Politik, Fußgänger und sonst noch was. Und man wusste jedes Mal, wer der beiden er gerade war. Erstaunlich. Sowas passiert einem beim Autofahren natürlich nie. Da such ich mir ja meine Mitfahrer auch selber aus.

Niemals nich mitnehmen würde ich dann beispielsweise Leute, die dermaßen laut mit ihrem Handy telefonieren, dass man jedes einzelne Detail des Gespräches in jedem einzelnen Teil des Busses versteht. Solche Mitfahrer hatte ich gestern nämlich auch. Aber in einem anderen Bus als den Selbstgesprächemann. Das wäre sonst wohl ziemlich wirr und laut geworden, wenn die alle gleichzeitig geredet hätten.

Die Fauna Berlins lässt sich von hinten oben übrigens auch wunderbar beobachten. Auf dem Heimweg entdeckte ich in der Nähe des S-Bahnhofs Heerstraße doch glattweg ein Wildschwein, dass wie eine rasende Wildsau auf dem Bürgersteig neben unserem Bus herrannte (kein Scherz!), diverse Büsche und Zäune übersprang und dann beim Raußendorffplatz zwischen den Häusern verschwand. Sowas. Mitten in Berlin. 

Habt ihr solche Sachen schon mal erlebt?? Ich meine, das eben Erzählte waren ja nur kleine Details aus den letzten zwei Tagen mit insgesamt nur vier Busfahrten… Da frage ich mich fast, ob das immer so ist oder der Zufall fleißig am Werkeln war.  

Auf jeden Fall hat es Lust auf MEHR gemacht. Ich werde in nächster Zeit wohl wieder öfter mit den Öffentlichen in Berlin unterwegs sein. Es ist wirklich ein Erlebnis. (Auch wenn ich in Zukunft auf blaue Knie verzichten kann…) 

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Die Zeit ist echt gemein. Wirklich. Sie vergeht immer viel zu schnell, wenn man es gerade nicht gebrauchen kann. Und natürlich ist sie eine Schnecke, wenn man es auch gerade nicht gebrauchen kann. Typisch. Ich glaube fast, das ist Absicht. 8O
 
In letzter Zeit möchte ich manchmal wirklich auf die Bremse treten, denn mir geht es ein wenig zu schnell. Zum Beispiel: Es ist Sommer und ich war noch kein einziges Mal baden. Wirklich. Für mich unvorstellbar, ist aber so – weil ich bisher einfach noch nicht dazu kam. Rumtreibesara schafft es nicht an den Strand. ;-) Hoffentlich ist der Sommer nicht zu Ende, bevor ich mal zum Schwimmen komme. 
 
Aber zum Glück ist es nur das Schwimmen, was mir fehlt. Alles andere finde ich derzeit eigentlich ganz nett. :-) Ich bin viel unterwegs, habe zum Beispiel erst neulich Greifswald besucht und dabei gleich n büschen näher angeschaut. Wobei ich aber festgestellt habe, dass mir Lübeck und Wismar besser gefielen. Keine Ahnung warum, es ist so ein Gefühl.
 
Und ein paar neue Lokale in Berlin habe ich auch ausprobiert. Also, wenn jemand nen Tipp braucht… ;-) Und im "schwarzen Café" war ich auch mal wieder frühstücken. War sehr lecker und ziemlich gemütlich. Und gefilmt wurde ich dabei auch, weil dort gerade eine Reportage über illegale Ausländer in Deutschland gedreht wurde. Also, nicht dass ich ein illegaler Ausländer wäre, aber ich saß zufällig am Tisch daneben als eben so einer von einer Reporterin interviewt wurde. Schade, dass ich viel zu wenig zum Schreiben komme. Ich müsste hier wirklich mal wieder öfter erzählen, was gerade alles los ist. Wenn es erst einmal ein paar Tage her ist, mag ich`s immer gar nicht mehr aufschreiben, weil es mir veraltet vorkommt. Lustich… Das ist dann wie eine innere Schreibblockade, obwohl ich eigentlich tooootal viel zu schreiben hätte. Hm. Was mir neulich bei der praktischen Abschlussprüfung der Kosmetikerinnen passierte, erzähle ich auf jeden Fall noch – ein anderes Mal. :-) Die Geschichte ist nämlich zu lang, um sie noch in diesen Beitrag zu packen. So viel Text auf einmal liest doch kein Mensch! Das hebe ich mir also noch auf. 
 
Matt Harding sammelt ja auch immer eine Weile, bevor er seine Erlebnisse online stellt. Allerdings steht das bei ihm schon in einem anderen Kontext, denn er macht einfach immer nur ein und denselben Tanzschritt (also, er steppt) und lässt sich dabei filmen – und das auf der ganzen Welt. Da dauert es natürlich eine Weile, bis man genug Material zusammen hat. 
Als ich gestern einen Bericht über ihn in den Nachrichten sah, war ich fasziniert. Eine nette Idee. Auf Matt Hardings Webseite gibt es mehr Informationen über ihn und auch seine Filmchen, die ihn berühmt gemacht haben.
 
Und die Beweisvideos gibt es natürlich auch bei Youtube:
 
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