Vernetzt und vertwittert

Sara am 29. November 2009

Schöne bunte Onlinewelt. Ich treibe mich gern darin herum.

So habe ich beispielsweise einen Twitteraccount – aber bis heute kann ich gerade mal einen Tweet eingeben, also eine Textnachricht hinaus in die Welt schicken. Was die diversen Abkürzungen und Zeichen bedeuten, die ich bei anderen lese oder welche Möglichkeiten Twitter eventuell noch bietet, weiß ich nicht oder ahne es nur am Rande. Mir fehlt die Zeit, um mich eingehender damit zu beschäftigen. Gibts eventuell irgendwo einen Twitterkurs? Dank Marc werden immerhin meine aktuellen Blogartikel automatisch getwittert. Das ist ein Riesenfortschritt in meiner Twitterentwicklung. *gg*

Ich bin auch Mitglied bei Facebook. Ich habe mir irgendwann einen Account angelegt, weil ich so oft davon las und neugierig war, was es wohl ist. Und wie enttäuscht war ich am Anfang! Wenn man dort mit niemandem vernetzt ist, also keine Facebookfreunde hat, ist es langweilig.

Für die, die es nicht kennen: Facebook ist ein Online-Netzwerk, wo man ein eigenes Profil anlegen und dann Freunde adden, also seiner Freundesliste hinzufügen kann. Und wenn man das gemacht hat, dann sieht man, was die Freunde so tun, kann seinen Freunden an die Pinnwand schreiben und die Freunde auch bei einem selbst, man kann Fotos, Videos und Links in seinem Profil veröffentlichen oder miteinander tauschen, man kann Gruppen beitreten, Fan werden und alles in allem sehr viel Zeit damit verbringen.

Allerdings hatte ich zu der Zeit, als ich mich anmeldete, zunächst keinen einzigen Freund bei Facebook. Kein Wunder, dass es mir arg langweilig erschien. Irgendwann bekam ich dann eine Email: “Shahin Zarkesch hat dich als FreundIn auf Facebook hinzugefügt”. Ich loggte mich ein, bestätigte die Freundschaftsanfrage und auf einmal öffnete sich eine völlig neue Welt. Ich sah Benachrichtigungen, was sich in Shahins Facebookwelt tut und er schrieb Grüße an meine Pinnwand. Das fand ich dann überhaupt nicht mehr langweilig.

So nach und nach trudelten weitere Freundschaftsanfragen ein und auch ich bat den ein oder anderen, ob er mein Freund sein mag. Allerdings stellte ich schnell fest, dass kaum jemand aus meinem Bekanntenkreis Mitglied bei Facebook ist. Ich fand weder Kollegen, noch ehemalige Klassenkameraden. Die meisten Personen, mit denen ich im Alltag zu tun habe, haben kein Facebookprofil.

Mein derzeitges Profilbild bei Facebook
Mein derzeitges Profilbild bei Facebook

Und je länger ich dort Mitglied bin, umso zwiespältiger ist meine Meinung zu diesem Netzwerk. Neulich sagte jemand zu mir, eine Facebookfreundschaftsanfrage anzunehmen sei die geringste soziale Anerkennung, die man jemandem gewähren könne. Ist das wirklich so? Oder wird diesem Onlinenetzwerk von manchen zu viel Bedeutung beigemessen?

Beim Grimmi las ich, dass Facebook zu den weltweit populärsten Webseiten gehört. Neben MySpace ist es eines der bekanntesten sozialen Netzwerke der Welt.

Auch MySpace ist eine Webseite, auf der man sich mit Freunden vernetzen und kommunizieren kann. Allerdings bin ich dort noch weniger aktiv als bei Facebook – was simpel daran liegt, dass ich dort noch weniger Menschen kenne als bei Facebook. ;-) Bisher wurde ich dort auch nur von Bands oder Musikern mit Freundschaftsanfragen “behelligt”. Was soll ich mit lauter Musikprofilen in der Freundesliste? Und überhaupt: Viele behaupten, dass man über MySpace und Facebook so wunderbar neue Menschen kennen lernen würde. Hm. Passiert mir nicht. Da ist im wahren Leben mehr los.

Nun las ich neulich einige Artikel, die sich kritisch über Facebook und MySpace äußerten. Hier ging es insbesondere um die diversen Spiele, die man auf diesen Webseiten findet. (Nachzulesen beispielsweise auf heute.de, zeit.de und bei heise online.) Angeprangert wird unter anderem das beliebte Farmville, das auch viele meiner Facebookfreunde spielen. Zum einen bergen diese Spiele eine gewisse Suchtgefahr, da sie in Echtzeit und gemeinsam mit den Freunden gespielt werden, zum anderen gibt man seine Daten dem Spielebetreiber frei, der sie für personalisierte Werbung oder Marktforschung nutzt. Man kann für diese eigentlich kostenlosen Spiele auch Geld ausgeben, indem man mit echtem Geld virtuelle Artikel kauft, die man im Spiel verwenden kann. Allerdings mag ich mir kaum vorstellen, dass darauf wirklich jemand hereinfällt?!

Ich habe – als ich noch relativ neu bei Facebook war – mal eine Spielanfrage von einem Facebookfreund angenommen und bin jetzt in seiner Mafia. Nun, sagen wir es mal so: Suchtpotential hat es für mich nicht. Aber ich habe es ein bisschen angespielt und die Mafia hat jetzt meine Netzwerkdaten, um damit Werbung zu personalisieren… o_O

Ein weiteres Problem der sozialen Netzwerke ist das sog. “Clickjacking”. Hierbei nimmt man beispielsweise durch einen simplen Klick auf eine Statusmeldung ein gefälschtes Profil in seine Facebook-Freundesliste auf. Dieses gefälschte Profil ist ein Wurm, der dann die eigenen Freunde mit einer gefälschten Statusmeldung anschreibt, um sie auch zum Anklicken zu bewegen, was wiederum dazu führt, dass das gefälschte Profil in der Freundesliste der Freunde landet, von wo es sich weiter ausbreiten kann, indem es an deren Freunde… Na, und so weiter…

Mir ist das nicht passiert. Ich las davon im Netz – zum Beispiel hier und allgemein bei Wikipedia.

Und trotz dieser eben erwähnten Probleme und der weiterhin aktuellen Datenschutzdiskussion bin ich immer noch gern bei Facebook, MySpace, Twitter und wie sie alle heißen…  Alle Möglichkeiten dieser Onlinenetzwerke werde ich aus Zeitgründen wahrscheinlich eh nie ausnutzen können. Aber wie ich anfangs schon sagte: Schöne bunte Onlinewelt, ich bin gern darin unterwegs. Ist ja schließlich interessant und irgendwie auch lustig, dank der Statusmeldungen zu wissen, wer sich gerade in der Karibik in der Sonne aalen kann, wessen Autoversicherung nun auch Schäden durch Erdbeben und Vulkanausbrüche absichert oder dass die U-Bahn in London gerade mal wieder nicht fährt.

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Gospel und Tapas

Sara am 15. November 2009

Gestern hatte ich einen wunderbaren Abend. Er begann zunächst mit langem Warten in der Schlange und endete bei leckeren Tapas in gemütlicher Runde.

Ein Freund leitet den Modern Gospel Choir und genau dieser Chor gab gestern abend ein Konzert in der Apostel-Paulus-Kirche in Berlin Schöneberg. Wie es der Zufall so wollte, hatte ich eine Freikarte. (Manchmal ist es nicht von Nachteil, den Chorleiter zu kennen.) 

In die Kirche passen so um die Tausend Zuschauer und da die Platzwahl frei war, sollte man sich lieber rechtzeitig einfinden. Also stellte ich mich eine Stunde vor Einlass an – und war doch tatsächlich nicht die erste, die dort ankam. Es drängelten sich schon einige ältere Herrschaften vor dem Kirchentor. Der harte Kern der Fans. Die Groupies. *g* Wir warteten da gemütlich vor uns hin und mit jeder Minute kamen mehr Menschen. Eine halbe Stunde vor Einlass war der Vorplatz vor der Kirche voll mit Menschen. Da konnte einem gar nicht kalt werden, so eng, wie es am Eingang mit der Zeit wurde. 

Blick in die Apostel-Paulus-Kirche
Blick in die Kirche

Zum Glück hatte das Warten irgendwann ein Ende und das Erobern der besten Plätze begann. Es war mein drittes Gospelkonzert dieses Jahr. In den beiden Jahren davor habe ich jeweils recht weit hinten gesessen, was dem Hörgenuss keineswegs einen Abbruch tat. Aber dieses Mal wollte ich gern einmal die Gesichter der Sänger sehen. Also setzte ich mich in die dritte Reihe, was sich als gute Wahl herausstellte.

Das Konzert war mitreißend und hat sehr viel Spaß gemacht. Ich kenne mich mit Gospelmusik nicht aus, darum kann ich die Auswahl der Lieder nicht beurteilen. Es wurde auf jeden Fall kein “Oh Happy Day” gesungen, denn das ist wohl kein moderner Gospel – und genau den hat sich der Modern Gospel Choir ja auf die Fahnen geschrieben. Einige der Lieder kannte ich aus den Vorjahren. Und einige Lieder haben bei mir tatsächlich eine Gänsehaut verursacht. Die Zuschauer waren rundweg begeistert und blieben nicht lange auf ihren Plätzen sitzen, so dass man wohl ihren Geschmack getroffen hatte. Mir – und meinen drei Begleitern - hats auch wunderbar gefallen.

Gospel rockt ;-)

Gospel rockt ;-)

Nach dem Konzert waren wir hungrig, weshalb wir noch zum Spanier in der Goltzstraße weiterzogen und dort ein paar Tapas schlemmten. Das war lecker und kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich war nämlich kurz davor mich selbst zu verdauen.

Wohlgefühl

Sara am 14. November 2009

Gewohnheiten oder Rituale – jeder von uns hat sie. Sich an etwas gewöhnen kann durchaus angenehm sein. Man muss bei einer gewohnten Handlung nicht mehr nachdenken, wie es zum Beispiel beim Schalten im Auto der Fall ist. Wenn man den Bogen erst einmal heraus hat, passiert es ganz automatisch. Es kann auch sehr schön sein, sich an einen Menschen oder an eine Umgebung gewöhnt zu haben. Das hat mit Zuhausefühlen zu tun.

Gestern bin ich in meinem Büro an einen anderen Schreibtisch gezogen. Das Interessante daran ist, dass ich mich am neuen Ort – im Gegensatz zu meinen Erwartungen – sofort wohl fühlte. Es war überhaupt nicht ungewohnt, denn zufällig steht der neue Schreibtisch genauso wie der allererste, an dem ich jahrelang saß, als ich bei unserer Behörde anfing: hinten am Fenster und wenn man nach links blickt, sieht man die Zimmertür. Bevor ich an diesen Tisch zog, saß ich gegenüber und direkt an der Tür. Jetzt fühlt es sich richtig gut an. Und das wurde mir erst in dem Moment bewusst, als ich mich das erste Mal an meinen neuen Platz setzte. Interessant, oder? Ich hätte nicht vermutet, dass ich mich so an den alten Platz gewöhnt hatte und mir dadurch der Umzug so leicht fällt.

Damals wars…

Sara am 9. November 2009

Vorhin hörte ich eine Radiowerbung, in der der Sprecher behauptete, jeder könne sich erinnern, was er am 9. November 1989 gemacht hat. Ich habe nachgedacht und überlegt – aber mir wollte beim besten Willen nicht einfallen, was ich an diesem Tag tat oder wie ich mich fühlte. Ihr?? Vielleicht war ich einfach noch zu jung, Kind eben.

Die Freude über den Mauerfall vor 20 Jahren begegnet einem in Berlin derzeit allerorten. Gestern abend war ich beispielsweise am Potsdamer Platz, um noch etwas zu essen und dabei entdeckte ich aus dem Fenster die Dominosteine, die heute abend als symbolischer Mauereinsturz umgeschubst werden sollen. Irgendwie eine nette Idee, finde ich. Und trotzdem: Ich kann mich einfach nicht erinnern, was damals in meiner Umgebung passierte, was ich oder auch andere aus Familen- oder Freundeskreis sagten oder taten. Komisch.

Mauerdomino

Mauerdomino

Manchmal ist Joggen ein kleines Abenteuer. Ich laufe meist hinter meinem Haus an der Scharfen Lanke entlang. Bevor jemand fragt oder auf komische Gedanken kommt: Der Name steht für ein Gewässer. 

Vor ein paar Tagen habe ich ein paar Fotos gemacht, weil ich es so schön fand, darum könnt ihr jetzt auch mal kurz einen Blick auf die Scharfe Lanke werfen.

Herbst an der Scharfen Lanke

Herbst an der Scharfen Lanke

Mein Joggingweg führt mich also an der Scharfen Lanke entlang, dann die Haveldüne hinauf, wo man einen herrlichen Blick übers Wasser (und damit eine wunderbare Ausrede für eine kurze Verschnaufpause) hat. Dann gehts noch eine kleines Stück durch einen Wald Richtung Gatow und irgendwann drehe ich um und trabe zurück.

Auf diesen Ausflügen passieren manchmal wunderliche Dinge. So ist mir neulich eine Eichel direkt auf dem Kopf gelandet. Und gleich danach landete auch noch eine Kastanie an derselben Stelle. Direkt auf meinem Kopf. 

OK, es war ziemlich windig an diesem Tag und schließlich haben wir Herbst, was die Wahrscheinlichkeit für fallende Früchte um einiges erhöht – aber wie viel Glück gehört dazu, innerhalb nur einer Minute eine Eichel und eine Kastanie an den Kopf zu kriegen? *gg*

Heute morgen hatte ich beim Laufen wiederum ein abenteuerliches Erlebnis. Ich kam gerade die Haveldüne herunter, da hörte ich neben mir in den Büschen etwas rascheln. Als ich hinschaute, wollte ich zunächst nicht glauben, was ich da sah: Eine ganze Rotte Wildschweine lief direkt auf mich zu. Also zum Glück liefen sie nicht, sie trotteten gemütlich vor sich hin und empfanden mich offenbar nicht als gefährlich. Vor Schreck bin ich trotzdem erst einmal stehen geblieben. Immerhin waren sie keinen Meter entfernt. Also zumindest zwei von ihnen. Wir schauten uns in die Augen und dann ging jeder seines Weges. Sie hinauf und ich weiter hinab. Die Joggerin, die mir entgegenkam, ist nach meinem Hinweis auf die Schweinebande im Unterholz spontan umgekehrt und lief “heute mal einen anderen Weg”.

Und ich dachte früher immer, Laufen wäre tooootal langweilig! Wie kam ich nur auf so einen Gedanken?